Katzen - Allgemeine Informationen, Hinweise und praktische Tipps

FORL- Eine häufige (unbemerkte) Zahnerkrankung bei Katzen

FORL ist die Abkürzung für eine Zahnerkrankung, die fortschreitende Defekte an den Zähnen von Katzen hervorruft. Ursache hierfür: Die Zahnsubstanz unterliegt einem ständigen Umbau. Bei den betroffenen Zähnen ist jedoch das Gleichgewicht zwischen Zahnsubstanz aufbauenden Zellen zugunsten der Zahnsubstanz abbauenden Zellen verschoben. Dadurch entstehen Löcher, die allmählich immer größer werden, bis der Zahn so instabil wird, dass er abbricht, wenn es nicht vorher erkannt wird. Dies ist ein sehr schmerzhafter Prozess für die Katze, sobald das Loch im Zahn eine gewisse Tiefe erreicht hat. Oft sind Zahndefekte wegen des vorhandenen Zahnsteins nicht zu erkennen, der auch deshalb regelmäßig entfernt werden muss, wenn ein gewisses Maß erreicht ist.

 

Katzenbesitzer sind oft überrascht, wenn bei der Untersuchung defekte Zähne gefunden werden, da sich Katzen ihre Zahnschmerzen normalerweise nicht anmerken lassen und sich auch am Fressverhlten kaum etwas ändert (wer Zahnschmerzen hat möchte nicht auch noch an Hunger leiden). Die betroffenen Zähne müssen extrahiert werden, damit die Tiere nicht unter ständigen Zahnschmerzen leiden müssen. Zahnfüllungen würden nicht helfen, da der Prozess damit nicht aufgehalten werden kann, anders als beim Karies des Menschen.

 

Auch wegen möglicher Zahnerkrankungen sollte eine Katze mindestens einmal im Jahr zur Untersuchung beim Tierarzt vorgestellt werden. Oft kann man die Zahndefekte schon daran erkennen, dass das Zahnfleisch in das entstandene Loch hineinwächst, siehe Fotos. Durch anklicken können die folgenden Bilder vergrößert werden.



Die alternde Katze und die Bedeutung von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen

Bei Katzen treten im Alter häufig bestimmte Erkrankungen auf, deren Symptome fälschlicherweise für eine normale Alterserscheinung gehalten werden. Wenn eine zugrundeliegende Erkrankung aber frühzeitig erkannt und behandelt wird, haben die Tiere nicht nur eine höhere Lebenserwartung, sondern auch eine bessere Lebensqualität. Damit eine Erkrankung aber rechtzeitig erkannt werden kann, sollten Katzen spätestens ab einem Alter von 10 Jahren 1-2 mal jährlich in der Tierarztpraxis zur Untersuchung vorgestellt werden. Neben der allgemeinen Untersuchung sollte auf jeden Fall eine umfassende Blutuntersuchung durchgeführt werden und möglichst auch noch eine Urinuntersuchung.     

                                                                                                                  

Welche Symptome deuten auf eine Erkrankung hin?


Als Besitzer einer alten Katze sollten Sie beim Auftreten folgender Symptome an eine Erkrankung denken und sie in einer Tierarztpraxis zur Untersuchung vorstellen: Vermehrter Durst, Gewichtsabnahme, häufiges Erbrechen, gesteigerter oder verminderter Appetit, stumpfes, schuppiges Fell, Bewegungsunlust und wenn sich die Katze auffällig zurückzieht.

 

Welche Erkrankungen kommen im Alter häufig vor?                                                                                                                                     

Die Niereninsuffizienz ist eine häufige Erkrankung, die oft schleichend verläuft und meist erst im fortgeschrittenen Stadium dadurch auffällt, dass die Katze mehr trinkt. Die Tiere können auch erbrechen, an Gewicht verlieren, einen schlechten Appetit haben oder auch durch ein schlechtes Haarkleid auffallen. Oft handelt es sich zwar um eine chronische Nierenerkrankung, die nicht heilbar ist, doch kann man durch rechtzeitiges Erkennen und geeignete Maßnahmen die Lebensqualität verbessern, das Fortschreiten verlangsamen und damit die Lebenserwartung erhöhen.

 

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist meist daran zu erkennen, dass die Katzen einen ausgesprochen guten Appetit haben und trotzdem an Gewicht verlieren. Viele Katzen erbrechen auch häufiger und manche haben auch einen weicheren Stuhlgang. Manche dieser Patienten verhalten sich auffällig unruhig und wirken nervös. Für diese Erkrankung gibt es sehr gute Therapiemöglichkeiten.

 

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) macht sich durch vermehrtes Trinken, vermehrten Appetit und Gewichtsverlust bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme ein. Häufig sind übergewichtige Wohnungskatzen von dieser Erkrankung betroffen. Blasenentzündungen können als Begleiterkrankung auftreten. Diabetes ist durch das Spritzen von Insulin und unterstützender Diät meist gut zu therapieren. Die meisten Besitzer haben nach Anleitung durch den Tierarzt und einer kurzen Eingewöhnungsphase im Allgemeinen keine Schwierigkeiten damit, ihre Katze zu therapieren. Wichtig sind regelmäßige Blutkontrollen.

 

Herzerkrankungen  sind bei der Katze oft nicht durch Abhören zu diagnostizieren. Das liegt daran, dass es sich normalerweise um eine Herzmuskelerkrankung und nicht primär um Herzklappenfehler handelt. Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu hörbaren Rhythmusstörungen und Herzklappengeräuschen. Auffällige Symptome treten erst im Spätstadium in Form von Kurzatmigkeit oder Maulatmung nach Belastung auf. Vorher ziehen sich die Tiere meist nur vermehrt zurück. Inzwischen gibt es aber die Möglichkeit, auch über eine Blutuntersuchung einen Herzfehler zu erkennen.

 

Gelenk- und Rückenschmerzen infolge arthrotischer Veränderungen sind bei alten Katzen eher die Regel als die Ausnahme und müssen nicht gleich durch Hinken auffällig werden. Eine schlechtes, schuppiges Fell kann schon ein Hinweis darauf sein, weil Katzen mit Gelenk- oder Rückenschmerzen sich nicht mehr so gut putzen können. Sie springen auch nicht mehr gerne hoch, ruhen mehr und sind insgesamt weniger agil. Es gibt wirksame und gut verträgliche Medikamente, die auch über längere Zeit gegeben werden können und die  die Lebensqualität einer alten Katze deutlich verbessern können. Außerdem gibt es auch ein spezielles Futter, das  Gelenksentzündungen entgegenwirkt.                                                                                                            



Transportkäfige

Wenn Sie sich einen Transportkäfig anschaffen möchten, empfehlen wir Ihnen darauf zu achten, dass sich der Deckel möglichst ganz aufklappen lässt. Dadurch kann man eine Katze wesentlich einfacher und stressfreier hineinsetzen und heraushohlen. Drahtkörbe (mit Kunststoffbeschichtung) sind am besten geeignet, da die Katze hindurchsehen kann und beim Hineinsetzen nicht das Gefühl bekommt, eingesperrt zu werden. Die sehr beliebten geflochtenen Weidenkörbe sind unserer Erfahrung nach am wenigsten für Besuche beim Tierarzt geeignet.



Die Eingabe von Tabletten

Falls es nötig sein sollte, dass Sie Ihrer Katze Tabletten eingeben müssen, können Sie diese z. B. in  Leberwurst oder Butter einpacken. Wenn das nicht funktioniert, sollten Sie einmal versuchen, die Tablette in einer Kaustange für Katzen zu verstecken, was oft besser funktioniert.

Achten Sie aber immer darauf, dass Sie ihr den Happen nicht mit der Hand anbieten, mit der Sie gerade erst die Tablette angefasst haben. Das könnte die Katze riechen! Auch ist es einfacher, Medikamente einzugeben, wenn Ihre Katze hungrig ist.

Sehen Sie sich hierzu am besten das Demonstrationsvideo der Firma Dechra an:

http://www.dechra.de/tiergesundheit/videos/video-wahlen/wie-gebe-ich-der-katze-die-tablette