Hunde - Allgemeine Informationen, Hinweise und praktische Tipps

Die Kastration der Hündin

Um zu entscheiden, ob und ggf. wann man seine Hündin kastrieren lassen sollte, sollten Sie die Vorteile und die möglichen Nachteile kennen.

 

Die Vorteile der Kastration:

 

Vermeidung von bestimmten Erkrankungen: Durch eine Kastration können z. T. schwerwiegende Erkrankungen vermieden werden. Hierzu zählen insbesondere die Gebärmutterentzündung und die Gesäugetumoren. Aber  auch ein progesteroninduzierter Diabetes mellitus, Eierstockszysten oder Eierstockstumoren werden durch eine Kastration verhindert.

 

Gesäugetumoren sind mit Abstand die häufigste Tumorart bei Hündinnen, wobei 20-50 % bösartig sind, was bedeutet, dass diese Patienten oft mehrfach operiert werden müssen und dennoch an Metastasen sterben können.

Mit einer frühzeitigen Kastration kann man das Gesäugetumor-Risiko erheblich reduzieren.

Wenn man vor der 1. Läufigkeit kastriert (=Frühkastration), bekommen nur etwa 0,5 % der Hündinnen  Gesäugetumoren. Kastriert man kurz nach der 1. Läufigkeit bekommen etwa 8 % der Hündinnen Gesäugetumoren. Werden Hündinnen nach der 2. Läufigkeit oder gar nicht kastriert steigt das Risiko, später Gesäugetumoren zu bekommen, stark an.

 

Weitere Vorteile sind die Vermeidung von Scheinträchtigkeiten und ungewollten Trächtigkeiten. Außerdem wird die Haltung erleichtert (kein Vaginalausfluss, keine Vermeidung von Kontakten zu Rüden während der Läufigkeit nötig, Urlaubsreisen/Aufenthalt in Ferienunterkünften oder Hundepensionen, etc.). Außerdem haben kastrierte Tiere insgesamt betrachtet auch eine höhere Lebenserwartung als nicht kastrierte.

 

Die häufigsten Nachteile einer Kastration:

 

Harninkontinenz: Bei ca. 5 -30 % der kastrierten Hündinnen entwickelt sich im Laufe des Lebens eine Harninkontinenz (Harnträufeln). Sie kommt bei kleinen Hunderassen seltener vor als bei großen. Hündinnen, die vor der 1 Läufigkeit kastriert werden, werden nur halb so oft inkontinent. In der überwiegenden Zahl der Fälle kann die Harninkontinenz aber durch die Eingabe von Medikamenten erfolgreich behandelt werden.

 

Gewichtsentwicklung: Kastrierte Hunde verwerten das Futter besser und können deshalb leicht übergewichtig werden. Deshalb ist es oft erforderlich, die tägliche Kalorienaufnahme nach der Kastration zu begrenzen bzw. zu reduzieren. Auch hier gibt es weniger Probleme, wenn die Tiere vor der 1. Läufigkeit kastriert werden.

 

Fellveränderungen: Insbesondere bei Langhaarrassen, wie z. B. Cocker Spaniel, Langaardackel, Afghane oder Setter können eine vermehrte Bildung von Unterwolle, ein schnellerer Haarwechsel, in wenigen Fällen auch Haarausfall beobachtet werden. Bei einer Kastration vor der 1. Läufigkeit treten diese Veränderungen ebenfalls seltener auf.

 

Was die Skelettentwicklung betrifft, so erweist sich die Kastration nach der 1. Läufigkeit als risikoärmer, denn frühkastrierte Hündinnen neigen eher zu Gelenkfehlstellungen wie z. B. der Hüftgelenksdysplasie, zu Kreuzbandrissen oder zu Knochentumoren. Knochentumoren kommen allerdings im Vergleich zu Gesäugetumoren viel seltener vor.

 

 





Zahngesundheit beim Hund

Zahnstein und seine Folgen

Ein Hund sollte mindestens einmal im Jahr zur allgemeinen Untersuchung in einer Tierarztpraxis vorgestellt werden. Dabei wird auch sein Gebiss überprüft. Wenn festgestellt wird, dass zuviel Zahnstein vorhanden ist, sollte die Entfernung des Zahnsteins zeitnah erfolgen. Nachdem der Zahnstein mit einem Ultraschallgerät entfernt worden ist, wird anschließend die Zahnoberfläche poliert, damit sich der Zahnstein nicht wieder so leicht ansetzen kann. Zur Behandlung ist zwar eine Narkose erforderlich, die aber nur flach zu sein braucht, solange keine Zähne extrahiert werden müssen. Bei rechtzeitiger Entfernung des Zahnsteins wird der Patient also nicht sehr tief in Narkose gelegt werden müssen und nach einer kurzen Nachschlafphase schnell wieder fit sein. Bei manchen Patienten kann es durchaus erforderlich sein, einmal jährlich den Zahnstein professionell entfernen zu lassen.

 

Wird der Zahnstein zu spät erkannt oder die Entfernung zu lange hinausgezögert, geht dies häufig auf Kosten der Zähne. Der Grund dafür ist, dass sich im Zahnstein massenhaft Bakterien befinden, die zwischen Zahn und Zahnfleisch vordringen und dort zu Infektionen und Entzündungen des Zahnfleisches und des Kieferknochens führen. Dadurch bildet sich das Gewebe des Zahnhalteapparates zurück, die Zähne lockern sich und müssen extrahiert werden (siehe oberer Bilderreihe). Außerdem besteht die Gefahr, dass Bakterien über das entzündete Gewebe auch in den Blutkreislauf gelangen und in Leber, Nieren, Herzklappen oder andere Organe abgeschwemmt werden können, wo sie u. U. gefährliche Infektionen hervorrufen können.

 

Vom Hund selbst wird ein derartig geschädigtes Gebiss sicherlich auch als unangenehm oder sogar als schmerzhaft empfunden und je vollständiger es ist und bleibt, desto besser kann er es nutzen.

 

Der Zahngesundheit Ihres Hundes sollte deswegen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Kleine Hunderassen neigen besonders zum Zahnsteinansatz und bei ihnen lohnt es sich meist, wenn man täglich vorbeugend die Zähne putzt. Dazu gibt es im Fachhandel spezielle Zahnbürsten und Zahncreme mit Fleischgeschmack. Für Problempatienten bieten wir auch ein Spezialfutter an, dass zu einem verlangsamten Ansatz von Zahnstein führt.

Epulis - Wucherungen des Zahnfleischs

Epuliden sind die häufigsten gutartigen Tumoren der Maulhöhle. Sie kommen meist bei Boxerhunden und deren Mischlingen vor. Wenn sie die Zähne  überwuchern, kann dies den Kauvorgang stören und sie sollten spätestens dann entfernt werden. Die Wucherungen werden zur Vermeidung nennenswerter Blutungen elektrochirurgisch abgetragen, wonach die Zähne  wieder zum Vorschein kommen und besser genutzt werden können. Das Zahnfleisch heilt efahrungsgemäß problemlos ab.

Allergien

Mein Hund juckt sich ständig - hat er einer Allergie?

 

Wenn von Allergie gesprochen wird, so meint man damit meistens die Allergie auf Umweltallergene, die Atopie genannt wird. Darüber hinaus kommt noch die Futtermittelallergie und die Flohstichallergie häufig vor.

 

Da die Haut auf verschiedene Ursachen immer nur mit denselben Veränderungen reagieren kann

(z. B. Rötung, Schuppen, Haarausfall, etc.), lässt sich daran allein meistens nicht die Krankheitsursache ablesen. Es ist auch ein weit verbreiteter Irrtum, dass ein Allergietest, egal ob über das Blut oder die Haut, dazu geeignet ist, die Diagnose Allergie zu stellen, denn Nicht-Allergiker zeigen mindestens genauso häufig positive Testergebnisse wie Allergiker. Allergietests auf Umweltallergene werden nur benötigt, um eine Vakzine herstellen zu lassen, wenn man als Therapieform eine Desensibilisierung versuchen möchte. Dazu muss man als Tierarzt das Testergebnis kritisch analysieren. Zuvor muss allerdings die Diagnose Allergie auf Umweltallergene (Atopie) auf andere Art und Weise gestellt werden.

 

Wie kommt man denn nun zur Diagnose Allergie/Atopie?

 

Durch eine Ausschlussdiagnostik. Man muss dazu alle in Frage kommenden Krankheitsursachen durch Untersuchungen oder Behandlungen ausschließen, die ebenfalls Juckreiz und dieselben Hautveränderungen hervorrufen können wie eine Allergie auf Umweltallergene (Atopie). Dazu gehören u. a. Infektionen mit verschiedenen Milbenarten, Bakterien und Hefepilzen, Flohbefall, Futtermittellallergie, etc. Erschwerend kommt hinzu, dass Hefepilz- und bakterielle Infektionen meist keine eigenständigen Erkrankungen sind, sondern sich erst entwickeln, wenn eine Grunderkrankung wie z. B. eine Allergie, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Überfunktion der Nebennieren vorhanden sind und die Hautbarriere dadurch geschwächt wird.

Wichtige Informationen für die Diagnose liefern dem Tierarzt auch z. B. die Verteilung der Hautveränderungen, das Alter beim ersten Auftreten der Symptome, die Hunderasse u. v. m. Dazu werden sie ausführlich befragt. Aus dem Gesagten können Sie entnehmen, dass die Diagnose Allergie nicht immer ohne Weiteres sofort gestellt werden kann.

 

 

Ist eine Allergie heilbar?

 

Nein, von seltenen Ausnahmen abgesehen bleibt sie ein Leben lang bestehen. Sie ist aber kontrollierbar. Eine Atopie kann aber auch vorübergehend verschwinden, wenn es sich um eine saisonale Allergie handelt, die z. B. von einer zeitlich begrenzt auftretenden Pollenart ausgelöst wird. Allerdings kommt sie im darauffolgenden Jahr wieder und eine anfänglich saisonale Allergie kann im Laufe der Zeit auch zu einer ganzjährigen Allergie werden und ein Tier kann auch gegen mehrere Dinge gleichzeitig allergisch sein oder werden.

 

Wie therapiert man eine Allergie?

 

Wenn eine Futtermittelallergie diagnostiziert wird, so besteht die Therapie in einer konsequenten und dauerhaften Futterumstellung, die dann normalerweise zur Beschwerdefreiheit führt.

 

Wird eine Allergie auf Umweltallergene (Atopie) festgestellt, so gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die in unterschiedlicher Kombination angewendet werden können. Dazu gehören verschiedene juckreizstillende Medikamente, hochwertige essentielle Fettsäuren, juckreizlindernde Schampoos, Medikamente, die die gestörte Hautbarriere stärken, sowie eine Desensibilisierung. Des Weiteren müssen wiederkehrende Hautinfektionen mit Hefepilzen und Bakterien, die selbst heftigen Juckreiz auslösen, erkannt und mit Schampoos und/oder Medikamenten behandelt werden. Welche Therapie zur Anwendung kommt, ist vom Einzelfall abhängig.

Wenn bei Ihrem Hund eine Allergie in Frage kommt, erhalten Sie von uns zum besseren Verständnis Informationsblätter zur Atopie und zur Futtermittelallergie. Wir besprechen mit Ihnen die diagnostische Vorgehensweise und informieren Sie ausführlich über die zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten, wenn sich der Verdacht auf eine Allergie bestätigt.



Reisekrankheiten

Wenn Sie Ihren Hund mit in den Urlaub nach Südeuropa oder warme Länder in Übersee nehmen möchten, sollten Sie daran denken, ihn gegen die dort vorkommenden Infektionskrankheiten Babesiose, Leishmaniose, Erhlichiose und die Herzwurmerkrankung so gut wie möglich zu schützen.

 

Es handelt sich dabei um gefährliche bzw. lebensbedrohliche Infektionserkrankungen, die durch Stechmücken und Zecken übertragen werden. Es gibt bestimmte Spot-on-Präparate oder Halsbänder, die einen guten, wenn auch nicht hundertprozentigen Schutz gegen diese Überträger bieten. Sollte ihr Tier allerdings sehr häufig baden gehen, so vermindert sich die Schutzwirkung. Zusätzlich sollte noch ein oral zu verabreichendes Medikament als Prophylaxe gegen die Herzwurmerkrankung eingesetzt werden. Neuerdings gibt es auch eine Impfung gegen Leishmaniose.

 

In unserer Praxis erhalten Sie geeignete und speziell für diesen Zweck zugelassene Medikamente. Außerdem können Sie von uns eine Informationsbroschüre über die genannten Reisekrankheiten erhalten, in der die Symptome der Erkrankungen beschrieben werden.

Sollte Ihr Tier einige Monate nach Urlaubsende (lange Inkubationszeit!) verdächtige Krankheitssymptome entwickeln, kann durch eine Blutuntersuchung abgeklärt werden, ob sich ihr Hund infiziert hat. Im Krankheitsfall gilt: Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungserfolge.



Die Dickdarmentzündung des Hundes

In unserer Praxis werden recht häufig Hunde vorgestellt, die an einer Dickdarmentzündung leiden. Meist hatten die Tiere zuvor schon über Wochen oder Monate etwas wechselhaften Stuhlgang, ohne dass der Besitzer dies als eine Erkrankung angesehen hat. Erst wenn der Durchfall heftiger wird oder der Dickdarm so gereizt ist, dass der Hund den Stuhlgang nicht mehr zurückhalten kann und in die Wohnung macht oder auch nachts raus muss, erkennt der Hundebesitzer, dass es sich um eine Erkrankung handelt.

 

Woran kann man eine Dickdarmentzündung erkennen? Auf welche Symptome muss ich achten?

In leichten Fällen muss der Hund lediglich  häufiger Kot absetzen als normal (meist mehr  als 5 mal pro Tag ) und die letzte Portion ist weicher. Es kann sich auch so äußern, dass der Hund  verstärkt nachdrückt, ohne dass noch Kot kommt,  oder dass am Schluss nur noch ein paar Tröpfchen  flüssigen Kotes herauskommen. In akuten oder fortgeschrittenen Fällen erhöht sich die Häufigkeit des Kotabsatzes. Der Hund macht nur noch kleine Kleckse, der Stuhlgang wird zunehmend weicher bis flüssig und die Tiere können aufgrund der Dickdarmreizung den Kot nicht mehr halten und machen nicht selten in die Wohnung. Schleim- oder Blutbeimengungen – mit oder ohne Durchfall – sind ein typisches Zeichen für eine Dickdarmentzündung. Oft fällt auch eine untypisch helle Kotfarbe auf und der Kot stinkt unangenehmer als sonst. Erbrechen kann vorkommen. Darmgeräusche oder Blähungen können beobachtet werden. Typischerweise geht es den meisten Hunden bei einer Dickdarmentzündung jedoch insgesamt gut und sie haben normalen Appetit, solange nicht auch der Dünndarm mit betroffen ist.

 

Was sind die Ursachen für eine Dickdarmentzündung?

Es gibt natürlich verschiedene Ursachen für eine Dickdarmentzündung. Häufig stellen wir, gerade bei Welpen und jungen Hunden, Infektionen mit Parasiten (oft Giardien) und Bakterien fest, aber auch  eine ungünstige Zusammensetzung von Futter, Futtermittelunverträglichkeiten, Futtermittelallergien und unspezifische Entzündungen sind nicht selten die Ursache. Meist sprechen die Tiere sehr gut und schnell auf unsere Behandlung an. Treten Dickdarmentzündungen trotz erfolgreicher Behandlung bei Ihrem Hund immer wieder auf, hilft meist die dauerhafte Umstellung auf eine spezielle Dickdarmdiät, oder es muss abgeklärt werden, ob es sich um eine Futtermittelallergie handelt.

 

Übergewicht und Probleme beim Abnehmen

Übergewicht bei Hunden zieht auf Dauer häufig weitere Erkrankungen nach sich, wie z. B. Gelenkprobleme mit Lahmheiten, Kreislaufbelastungen, Diabetes mellitus, schlechte Ausdauer, usw. und macht Hunde träge. 

 

Bestimmte Rassen und z. T. auch kastrierte Hunde neigen zu Übergewicht, wenn man die Kalorienaufnahme nicht entsprechend begrenzt und vor dem herzerweichenden Bettelblick seines Lieblings zu leicht kapituliert. Hunde bekommen sehr schnell heraus, wie sie Frauchen und Herrchen  manipulieren können, um an ihr Ziel zu kommen. Am besten ist natürlich, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

 

Ist es schon zu spät, wird es meist schwierig mit dem Abnehmen, da Konsequenz und strikte Futterrationierung gefordert sind. Ohne das geht es nicht! Zum Abnehmen muss die Tagesmenge mit einer Backwaage genau abgewogen werden,  die Bewegung gesteigert werden und es sollte eine Spezialdiät verwendet werden.

 

Kürzt man einfach nur die Rationen des normalen Futters, wird nicht nur das Fettgewebe, sondern gleichermaßen  auch die Muskulatur abgebaut. Mit weniger Muskulatur werden dann auch wiederum weniger Kalorien verbrannt und die Tiere fühlen sich kraftlos. Außerdem nimmt ihr Hund mit reduziertem Normal-Futter dann  auch zu wenig Vitamine und Mineralien auf.

 

Deshalb sollte eine hochqualitative Diät gefüttert werden, die so zusammengesetzt ist, dass  es fast ausschließlich zum Abbau von Fettgewebe  kommt, dadurch die Muskulatur erhalten bleibt und die genügend Vitamine und Mineralien enthält, damit kein Mangel entsteht. Es gibt auch Diäten, die zusätzlich ein höheres Volumen haben, damit über die Magenfüllung ein besseres Sättigungsgefühl erreicht wird, was Ihrem Hund die Sache erleichtern kann.

 

Wir bieten entsprechende hochwertige Diäten an und berechnen Ihnen dazu gerne die zu fütternde Tagesration in Abhängigkeit vom Zielgewicht und können Ihnen auch berechnen, wie lange es etwa dauern wird, bis das Zielgewicht erreicht ist.

 

Im Einzelfall können auch Erkrankungen, wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion, zu Übergewicht führen, was im Verdachtsfall durch eine Blutuntersuchung abgeklärt werden kann.