Allgemeines

Wurmerkrankungen bei Hund und Katze und was man dagegen tun kann und sollte.

Bei den Würmern, die unsere Hunde und Katzen befallen, haben wir es  hauptsächlich mit  Bandwürmern und Rundwürmern zu tun. Zu letzteren zählen die Spul- und Hakenwürmer.

 

Bandwürmer können durch den Verzehr von Mäusen, rohem Fleisch (z. B. beim Barfen) oder Flöhen übertragen werden. Hunde und Katzen können sich nicht untereinander damit anstecken. Bandwürmer sind bei Kotuntersuchungen schlecht zu finden, jedoch kann man die reiskorngroßen Bandwurmglieder manchmal in der Afterregion infizierter Tiere sehen.

 

Rundwürmer (Spul- und Hakenwürmer) legen tausende von mikroskopisch kleinen Eiern, die mit dem Kot ausgeschieden werden und in der Umwelt sehr lange überlebensfähig sind. Sie sind gut durch die mikroskopische Untersuchung nachzuweisen. Werden diese Eier oral aufgenommen (gegenseitiges Belecken, aktive Aufnahme von Kot, sich putzen nachdem in Kot getreten wurde), so entwickeln sich daraus innerhalb weniger Wochen, nach einer Larvenwanderung durch den Körper, erwachsene Würmer, die erneut tausende von Eiern ausscheiden. Welpen werden von der Mutter übrigens mit Spulwürmern über die Milch infiziert, da im Gesäuge "schlafende" Wurmlarven vorkommen.

Bei den Hakenwürmern kommt noch hinzu, dass deren Larven nicht erst im Darm des Wirtsorganismus aus den Eiern schlüpfen, sondern auch schon im Freien und  dann  unsere Haustieren befallen, indem sie sich  durch die Haut bohren. Hakenwürmer kommen aber weniger häufig als Spulwürmer vor.

 

Sind  Würmer für den Menschen gefährlich?

Zum Teil. Der Fuchsbandwurm kann sogar zum Tode führen, da er duch die Bildung von großen Zysten  im Laufe der Jahre die Leber des Menschen allmählich zerstört.

Nehmen wir Spulwurmeier auf, die z. B. am Fell oder an der Schnauze haften können, wird daraus in unserem Darm zwar eine Larve schlüpfen, die aber beim gesunden Menschen von dessen Immunsystem abgetötet wird. Handelt es sich jedoch um einen Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder um ein Kleinkind, dessen Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist, so kann dies bei ihnen auch zu Erkrankungen führen.

 

Soll man besser regelmäßig Kotproben untersuchen lassen oder lieber pauschal entwurmen?

Katzen und Hunde, die Mäuse jagen und fressen, sollten pauschal entwurmt werden, da die Bandwürmer durch  eine mikroskopische Untersuchung schlecht nachzuweisen sind.

Bei Hunden und Katzen, die keine Mäuse fangen, kein rohes Fleisch bekommen und keine Flöhe haben, macht eine Kotuntersuchung Sinn. Hierzu sollte von drei Tagen eine kleine Kotprobe gesammelt werden und vom Tierarzt untersucht werden. Alternativ kann auch gegen Rundwürmer prophylaktisch entwurmt werden.

 

Wie oft sollte man eine Kotuntersuchung durchführen lassen oder entwurmen?

Hunde und Katzen, die rausgehen sollten mindestens 4 mal im Jahr entwurmt werden, oder alternativ auf Rundwürmer untersucht werden. Tiere, die ständig Mäuse fangen oder Hunde die Kot fressen, sollten ggf. sogar monatlich behandelt werden, da sie ein höheres Risiko haben, sich zu infizieren.

 

 

Zeckenschutz ist wichtig.

Hunde und freilaufende Katzen sollten von März bis Oktober/November vor Zeckenbefall geschützt werden, da Zecken sehr lästig sind und auch bei uns Krankheiten übertragen können (Borreliose, Anaplasmose).

Neben den Spot-on-Präparaten, die im monatlichen Abstand aufgetragen werden, bieten wir jetzt auch ein neues Halsband an (Seresto von Bayer), das Ihren Hund oder Ihre Katze 7-8 Monate lang gegen Zecken, Flöhe und bestimmte Milben schützt. Diese Art Halsband ist nur in Tierarztpraxen erhältlich. Das Halsband ist geruchsfrei und hat ein neuartiges Wirkprinzip.



Herbstgrasmilben

 

Alle Jahre wieder werden unser Hunde und Katzen im Sommer und Herbst von Herbstgrasmilben befallen.

Sie setzen sich besonders gerne zwischen den Zehen fest und befallen bei Katzen und kleinen Hunden auch bevorzugt die Ohrränder, den Kopf und die Beine.

Dort verursachen die Milben meist heftigen Juckreiz und Hautentzündungen, die durch Belecken und Kratzen noch verstärkt werden. Da der Juckreiz meist quälend ist, sollte man seinem Tier helfen, indem man Medikamente gegen die Miben und den Juckreiz einsetzt.

Herbstgrasmilben sind zwar recht klein, doch man kann sie, zumindest wenn sie in Haufen vorkommen, gut an ihrer gelb-orangen Farbe erkennen. Wurde die Haut vom Patienten jedoch schon intensiv bearbeitet, kann es auch manchmal schwierig sein, sie nachzuweisen.

Meistens sind sie nicht so deutlich zu erkennen, wie auf dem Foto, wo sie sich bei einem Hund zwischen den Zehen festgesetzt haben.

Borreliose-Impfung für Hunde

Borreliose ist eine Infektionserkrankung, die von Zecken übertragen wird. Wenn Sie ihren Hund zum ersten Mal gegen Borreliose impfen lassen möchten,  sollten Sie mit der Grundimmunisierung möglichst schon im Februar oder  März beginnen, damit ihr Tier noch rechtzeitig vor der Zeckensaison einen Impfschutz aufbauen kann. Aber natürlich ist auch eine spätere Impfung noch sinnvoll, wenn nicht rechtzeitig daran gedacht wurde. In unserer Praxis können Sie dazu eine Informationsbroschüre erhalten.



Reisekrankheiten in Südeuropa - eine Gefahr für Hunde

Wenn Sie Ihren Hund mit auf eine Reise nach Südeuropa nehmen möchten, empfehlen wir Ihnen dringend, gegen dort vorkommende und zum Teil lebensgefährliche Infektionserkrankungen Vorbeugemaßnahmen zu ergreifen. Die Prophylaxe besteht in erster Linie in einem wirksamen Zecken- und Insektenschutz, sowie in der Gabe von Tabletten gegen die Herzwurmerkrankung.  Näheres dazu finden Sie auch bei  "Tiere und Tipps" unter "Hunde". Wir beraten Sie gerne, welche Medikamente dazu geeignet sind.

Myxomatose - eine tödliche Infektion für Kaninchen

Bei der Myxomatose handelt es sich um eine tödliche Virusinfektion, der jedes Jahr zahlreiche Wildkaninchen in unserer Umgebung zum Opfer fallen. Da die Erkrankung von Insekten (Stechmücken, Flöhen) übertragen wird, können auch in der Wohnung gehaltene Kaninchen davon befallen werden und daran sterben. Sie sollten deshalb Ihre Kaninchen zweimal im Jahr gegen Myxomatose impfen lassen, um sie vor dieser tödlichen Infektion zu schützen. Darüber hinaus können Sie Ihre Kaninchen noch vor der gefährlichen Chinaseuche und dem meist chronisch verlaufenden Kaninchenschnupfen durch Impfungen  schützen.

 

Myiasis - Fliegenlarvenbefall beim Kaninchen

In Sommer, bzw. an heißen Tagen, sind Kaninchen mit Durchfall oder bei mangelnder Stallhygiene stark gefährdet, von Fliegenlarven befallen zu werden. Dies ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die vermieden werden kann. Näheres dazu siehe unter "Tiere und Tipps".